2 TRACING REMEMBRANCE

Mit »TRACING REMEMBRANCE« schafft Gamedesigner und Kurator Sebastian Quack für das TDJW einen neuen Zugang zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Leipzig und zur Debatte um Erinnerungskultur.

Ähnlich wie bei »Pokémon GO« bewegen sich die Spieler:innen in »TRACING REMEMBRANCE« mit dem Smartphone durch den Leipziger Stadtraum. Doch hier geht es nicht darum, Monster zu sammeln. Vielmehr findet man sich als Spieler:in dieses Adventure Games in einem merkwürdigen Arbeitsverhältnis wieder:
In einem Near-Future-Szenario hat ein findiges Tech-Unternehmen es geschafft, direkte Zugänge in die Gedanken und Erinnerungen von Menschen zu öffnen – Telepathie als Kommunikationskanal der Zukunft , so die Vision. Wie aber umgehen mit Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit, die wie Störgeräusche plötzlich an allen möglichen Orten der Stadt auftauchen, die man zuvor für historisch unbelastet gehalten hatte?

Das Game nutzt Chatbots, Kartenebenen, Geofencing und audiovisuelle Medien, um eine App zu simulieren, die als Business-Oberfläche des fiktiven Unternehmens fungiert und in der Spieler:innen mit Kolleg:innen kommunizieren, Aufträge annehmen und Erinnerungen sammeln.
Nach und nach werden sie dabei immer tiefer in die Frage hineingezogen, wie nun mit diesen Erinnerungen zu verfahren ist. Wer hat ein Interesse daran, sie zu bewahren? Welche Möglichkeiten bieten sich durch den Zugang zu ihnen? Und wer will sie am liebsten einfach löschen?

  • Regie und Game-Design: Sebastian Quack
  • Dramaturgie: Florian Heller
  • Wissenschaftliche Beratung: Dr. Josephine Ulbricht, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig

Launch: September 2022