Zeitreisen durch die Gegenwart - Theatertexte aus der Ukraine 1h

Buchvorstellung und szenische Lesung mit Lydia Nagel (Übersetzerin), Matthias Naumann (Neofelis Verlag) und dem TDJW Ensemble

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24.03.2024

24.03.2024

11:00 UhrGroßer Saal

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Egal ob diese ukrainischen Theaterstücke vor oder nach dem 24. Februar 2022 entstanden sind: Der Krieg ist allgegenwärtig; aber nicht allbeherrschend. So gibt die Matinee Einblick in eine vielfältige, lebendige ukrainische Dramatik und stellt die Anthologie »Zeitreisen durch die Gegenwart. Theatertexte aus der Ukraine« vor, in der neun zeitgenössische Theatertexte aus den Federn hierzulande bereits bekannter sowie noch unbekannter ukrainischer Autor*innen versammelt sind. Aus diesen Stücken werden Szenen gelesen und die Übersetzerin und Herausgeberin Lydia Nagel führt im Gespräch in die Texte im weiteren Kontext des ukrainischen Gegenwartstheaters ein. Ein guter Anlass, die ukrainische Dramatik auch abseits des russischen Angriffskriegs näher kennenzulernen.

Zu den Theatertexten: Während Andrii Bondarenko in »Was man im Dunkeln hört« (2022) den paranormalen Alltag im Luftschutzraum beschreibt, unternimmt Anastasiia Kosodiis »Time Traveller’s Guide to Donbas « (2018) eine surreale Zeitreise aus dem Jahr 2036 ins Jahr 2013, auf der Suche nach dem Ursprung des Krieges im Donbas. Gewissermaßen transzeitlich angelegt ist auch Luda Tymoshenkos »Fünf Lieder aus Polessien« (2021), das fünf bittere Episoden aus den Jahren 1940, 1959, 1973, 1997 und 2020 in der ukrainischen Provinz schildert. »Gorkis Mutter« von Lena Lagushonkova (2019) verfolgt aus Sicht der jungen Generation die Abnabelung einer kleinen ostukrainischen Stadt vom Sowjetregime und die epochalen Umbrüche zwischen 1960 und unserer Gegenwart. Dem Widerstand gegen das postsowjetische Imperium verschreibt sich ebenso Tetiana Kytsenkos »Die Frauen und der Scharfschütze« (2014/15), wohingegen Maksym Kurochkin mit »Drei Versuche den Alltag zu verbessern« (2022) an das Leben eines Soldaten heranzoomt. Und sowohl Oksana Savchenkos »Die Nacht verdeckt den Morgen« (2022) als auch Natalka Vorozhbyts »Green Corridors« (2022/23) behandeln die Flucht aus der Ukraine mal verzweifelt, mal humorvoll. Den Krieg im Nacken hat auch das Anti-Umweltzerstörungs-Stück »Öko-Ballade« (2015) von Olha Matsiupa, die 2017 den internationalen Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts erhielt.