Juller

Nach der Biografie des deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch | Von Jörg Menke-Peitzmeyer | Auftragswerk des Theaters der Jungen Welt | Uraufführung
15 plus & Abend | 1h 35min

Dieser Linksaußen spielt jetzt immer.

Jeder kennt sie. Sie sind allseits berühmt, wirtschaftlich abgesichert und gesellschaftlich unabhängig – Fußballstars heute. Vor einhundert Jahren dagegen war der Fußball noch eine Randsportart. Eine erfolgreiche Karriere reichte da längst nicht aus, um für den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben. Aber Berühmtheiten waren erfolgreiche Fußballer auch zu dieser Zeit schon.

Einer der Helden der frühen Fußballjahre in Deutschland war der Karlsruher Vollblutstürmer Julius Hirsch, genannt »Juller«. Populär für seine gebückte Laufhaltung und gefürchtet für seine beidfüßige Schussstärke wurde er zweimal Deutscher Meister, war mehrfacher Nationalspieler und nahm 1912 an den Olympischen Spielen teil. Seine großen sportlichen Erfolge konnten dennoch nicht verhindern, dass auch er unter der nationalsozialistischen Herrschaft wegen seiner jüdischen Herkunft vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurde.

Die Geschichte von Julius Hirsch gleicht der aller Menschen, die Opfer von Diskriminierung und Gewalt werden. Sie ist eine Brücke vom Vergangenen in die Gegenwart und in die Zukunft – aus Geschichte lassen sich Schlüsse ziehen, wenn ein ehemaliges Idol im Heute wiedererscheint. Die Idee zum Theaterstück »Juller« am Theater der Jungen Welt geht direkt auf eine Anregung des Deutschen Fußball-Bundes zurück. Seit 2005 würdigt der DFB mit dem »Julius Hirsch Preis« gesellschaftliches Engagement für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit.

Als Workshop zur Vor- und Nachbereitung des Vorstellungsbesuches kann die theaterpädagogische »Aktions-Sporttasche« gebucht werden. Schüler*innen und Lehrer*innen können dabei selbst spielerisch aktiv werden. Mittels unterschiedlicher Aufgaben, Requisiten und Dokumente werden Themenschwerpunkte aus dem historischen Kontext herausgelöst und aktiv, spielerisch Gegenwartsbezüge hergestellt. Angeleitet werden können die Workshops sowohl von Theaterpädagog*innen als auch von Lehrer*innen oder Jugendtrainer*innen.

Unter der Schirmherrschaft von Claudia Roth, MdB, Vizepräsidentin des 19. Deutschen Bundestages

Gefördert durch die DFB-Kulturstiftung, die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Presse: »Sie holen die Geschichte ins Heute, halten die Erinnerung an Julius Hirsch lebendig. Das ist eines der Anliegen, das der Deutsche Fußballbund verfolgt, nachdem er die Produktion angeregt und mitfinanziert hat. Für Jürgen Zielinski geht es dabei auch um den Antisemitismus, der in der Fußball-Szene immer noch lebendig ist.«
Thilo Körting, Deutschlandfunk, 10. April 2017

Presse: »Was zunächst karikaturhaft wirkt, geht letztlich wunderbar auf: Der Himmel als Metaebene, Reflexionsraum, Kontrast zur Hölle des KZs. Morallehre ohne Zeigefinger: Subtil spielen die drei, obgleich in diesen Szenen vor allem Komödianten, die zwischenmenschlichen Nuancen aus.« Dimo Riess, Leipziger Volkszeitung, 10. April 2017

Presse: »Ein wimmeliges Panorama-Bild: mit Philipp Oehme im Mittelpunkt, als Held im freien Fall.« Michael Laages, Deutsche Bühne, 9. April 2017

Presse: »Diese Inszenierung verspricht ein Wechselbad der Gefühle und lässt hinterfragend und nachdenklich zurück.« Leipzig Fernsehen, 6. April 2017

Presse: »Der gebürtige Dortmunder inszeniert nahezu filigran. Er weist die Schauspieler nicht einfach an. Er entwickelt mit ihnen die Ideen, fragt um ihre Meinung. Die wiederum fühlen sich ernst genommen. So auch auf dieser Probe. Sie fallen für einen Vorschlag flugs aus ihrer Rolle, um im nächsten Moment sofort wieder mittendrin zu sein. Es entsteht ein Dialog.« Esther Goldberg, Jüdische Allgemeine, 2. April 2017



Premiere: 07. April 2017

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